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Über das Volk der Inuit
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Noch bis weit ins 20. Jahrhundert war das Abenteuer Arktis ein Wagnis auf Leben und Tod. Viele ließen sich darauf ein, und so mancher kehrte nie zurück. Doch wer zurückkehrte, kam nicht mit leeren Händen und brachte wunderliche Dinge aus dem ewigen Eis.
Heute schlummert, was einst klimatischen Extremen ausgesetzt war, unter optimalen konservatorischen Bedingungen in den Depots der Museen der Welt.
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Polarwelt und Polarkulturen - eine Einführung
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Die Kultur der Polarvölker ist, weil sie sich unter extremen klimatischen Bedingungen entwickelt hat, stärker als anderswo in der Welt von der Umwelt geprägt. Das tägliche Leben ist von den Jahreszeiten und den Wetterverhältnissen bestimmt. Ein starker Schneesturm behindert den Jäger bei seiner Arbeit, und auch heute kann dann kein Flugzeug starten. In beiden Fällen ist vor allem die Sicht eingeschränkt: der Jäger sieht seine Beute nicht, der Pilot nicht die Piste, er kann den Grad der Gefährdung durch die Schneeverwehungen schlecht einschätzen.
Die bewohnte Arktis erstreckt sich von Grönland über Kanada, Alaska und Sibirien bis nach Lappland. Laut Definition ist es das Gebiet nördlich der Waldgrenze mit einer Temperatur, die nie +7° C übersteigt: dieses Maximum ist im Juli zu erwarten. Es ist ein großes Gebiet, in dem viele und recht verschiedene Kulturen entstanden sind, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten am nördlichen Rand der bewohnbaren Welt ankamen.
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Yakut
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Lapp
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In Nordamerika die Inuit, die Inupiat und die Yupik (die man früher Eskimo nannte, etwa 100 000 Personen), die vielen Polarvölker von Sibirien wie u.a. die Tschuktschen, die Jakuten, die Samojeden (alle ziehen heute andere Namen vor, etwa 126 000 Personen) und die europäischen Saami (die früher als Lappen bezeichnet wurden, etwa 45 000 Personen); überall wurden eigene Lebensweisen, eigene Behausungen, Boote, Trachten, Märchen und Philosophien erfunden und entwickelt. Die Arktis ist sehr bunt, jede Bucht entlang der langen Küste des arktischen Ozeans hat andere Traditionen und fühlt sich von ihren Nachbarn unabhängig; die Vielzahl der Sprachen und Dialekte weist auf die heterogene Herkunft dieser Völker.
Das Land ist auch nicht eintönig und ewig von Eis bedeckt. Selbst wenn man von Eiswüste spricht, ist die Aridität nicht konstant, es gibt Oasen mit reichlich Futter, wo grosse Herden von Karibus und Moschusochsen Leben. Die Arktis ist ein Gebiet, in dem das Vorkommen von Flora und Fauna, genau wie die Bevölkerungsdichte, sehr gering und seit je aufeinander abgestimmt ist: ein fragiles Gleichgewicht, das Leicht zerstört werden kann.
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Baffin Island
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Aleut
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Durch den langen Winter bleibt der Boden das ganze Jahr gefroren, man spricht von Dauerfrostboden (auch Permafrost genannt). In der kurzen warmen Zeit taut der Boden nur oberflächlich auf; das Schmelzwasser von Schnee und Eis kann nicht versickern, es bleibt auf der Oberfläche und sammelt sich in zahllosen Binnenseen, die das Bild des hohen Nordens prägen: die Arktis ist, bei Temperaturen über null Grad, extrem feucht, matschig, ein Morast.
Die Frostperiode dauert acht Monate: die Temperatur liegt ab Oktober unter dem Gefrierpunkt und bleibt es bis Juni. Die Sonne zeigt sich von November bis Ende Januar nicht mehr. Zuerst bleibt sie noch unterhalb des Horizonts, so ist es im November in der Tagesmitte zwar nicht hell, es herrscht aber für einige Stunden Dämmerung. Im Dezember gibt es dann kein Zwielicht mehr, es ist Tag und Nacht finster. Dafür ist von April bis August ein endloser Tag, an dem die Sonne nie untergeht.
Das ist für die Menschen, Tiere und Pflanzen ein großes, fröhliches Fest: das Licht ist zurück und wird lange bleiben. Die Jäger können die Fährten der Tiere sehen, die Jagd wird wieder ergiebig und jeder wird satt. Mit dem Licht ist Leben zurückgekehrt, das Gras wächst, bald schmücken Blumen die Tundra; die Rentiere, die Karibus und die Moschusochsen haben genug gesundes Futter und werden fett, und die Kochtöpfe der Menschen sind voll.
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